Terug

Wasser


GRI-Indikatoren: EN8, EN21 (gesamte Wasserentnahme und gesamte Wasserableitung)

Beantwortung: vollständig


Nachhaltige Produktion – Gebrauch von Leitungswasser sichert Qualität
Interview mit Antoon Panhuijzen

Van Geloven verwendet aus Qualitätsgründen in den Fabriken sowohl bei der Produktion der Snacks als auch bei der Reinigung beispielsweise von Kisten und der Fabrik selbst nur Leitungswasser. Auf diese Weise stellt der Betrieb sicher, dass keine Produkte verunreinigt werden. „Da wir ohnehin bereits seit Jahren auf den Wasserverbrauch achten und dieser zu einem großen Teil von nicht zu beeinflussenden Umständen abhängt, erwarten wir keine spektakulären Einsparungen beim Wasserverbrauch“, erklärt Antoon Panhuijzen, verantwortlich für die Umweltstrategie von Van Geloven.

Van Geloven erwartet zwar keine spektakulären Einsparungen beim Wasserverbrauch, sieht aber dennoch die Chance, sich bei der allgemeinen Reinigung abzuheben. Für das 4WIN-Team ist es eine prioritäre Aufgabe, genau daran zu arbeiten. Das Team ermittelt nun beispielsweise den optimalen Reinigungsaufwand oder aber das erwünschte Reinigungsergebnis mit möglichst geringem Wasserverbrauch. Durch das Treffen endgültiger Vereinbarungen gewährleistet das Team, dass diese Arbeitsweise zum Standard wird. Darüber hinaus wird beispielsweise geprüft, ob Schritte wie Reinigung und Desinfektion nicht in zwei Schritten, sondern in einem Schritt durchgeführt werden können. Ferner entdeckte das Team, dass in der Behälterwaschanlage in Tilburg ein zu hoher Wasserdruck eingestellt war (8 Bar), wodurch unnötig viel Heißwasser verbraucht wurde. Durch die richtige Einstellung und die tägliche Überwachung dieser Einstellung konnten 100m3 Heißwasser pro Tag eingespart werden.

Wasserverbrauch für die Produktion der Snacks
Die größte Wassermenge benötigt Van Geloven für die Produktion ihrer Snacks. Zum Beispiel als Zutat in der Bouillon, mit der Van Geloven ein sämiges Ragout für die Fleischkroketten produziert, aber auch für die Kochprozesse. „Dieser Verbrauch bemisst sich grundsätzlich nach dem Volumen und der Mischung der Produkte, die wir produzieren, doch im Falle des Kochprozesses spielt auch die Temperatur der Wasserbäder eine Rolle. Wenn für die Pasteurisierung eine höhere Wassertemperatur notwendig ist, verdampft mehr Wasser, so dass mehr Wasser nachgefüllt werden muss“, erklärt der Umweltexperte. Ferner wird noch Wasser für die wassergekühlten Kondensatoren zu Gunsten der Tiefkühlanlagen gebraucht. Die Wassermenge, die diese Kondensatoren für eine optimale Funktionstüchtigkeit der Tiefkühlanlage benötigen, bemisst sich insbesondere nach der Außentemperatur und der Luftfeuchtigkeit. Während eines warmen Sommers liegt der Wasserverbrauch für die Tiefkühlanlagen also höher und in einem harten Winter niedriger.
Schließlich wird Wasser auch zum Waschen von Kisten und Behältern benötigt. Die Kisten werden eingesetzt, um das Endprodukt, das als Halbfabrikat verwendet wird, einzupacken, und die Behälter werden verwendet, um beispielsweise das Ragout herunterzukühlen. In der Fabrik in Helmond werden heute mehr Kisten als in der Vergangenheit gewaschen, wodurch der Wasserverbrauch dort höher ausfällt. Antoon erklärt: „Diese Fabrik verbraucht heute mehr Kisten, da die Nachfrage nach unseren Produkten als Halbfabrikat gestiegen ist.“

2011 ist eine Wasserverbrauchsspitze zu beobachten. Seit jenem Jahr wurde die Kochflüssigkeit (aus dem Kochen von Fleisch) aus qualitätstechnischen Gründen nicht mehr in den Fleischkroketten verwendet. Und somit wurde die Kochflüssigkeit als Abwasser abgeleitet. Eigentlich Sünde natürlich! Inzwischen wurden einige Anpassungen durchgeführt. Diese haben dazu geführt, dass die Kochflüssigkeit seit 2014 wieder auf eine qualitativ wertvolle Weise in den Fleischkroketten verarbeitet wird, wovon auch der Geschmack profitiert.

Abwasser relativ stabil
Die Menge des durch Van Geloven (insbesondere für die Reinigung und als Kochflüssigkeit) verbrauchten Wassers, das als Abwasser wieder in die Wasseraufbereitung fließt, ist seit 2009 in absoluten Zahlen gestiegen, im Verhältnis zum Produktionsvolumen hingegen relativ stabil geblieben (<5% Unterschied im Vergleich zu den vergangenen 5 Jahren). Nach einem anfänglichen Anstieg des Verbrauchs ist in den letzten Jahren hinsichtlich des Abwassers pro Tonne Produktionsvolumen wieder ein sinkender Trend zu beobachten - von 2,86 (2012) auf 2,84 m3 (2013). Die auf infographic angegebenen Abwasser-Verschmutzungseinheiten (VE) werden anhand von Berechnungen von Seiten der Wasserbehörden ermittelt. 2014 wurde am Standort Tilburg eine neue Wasserreinigungsanlage installiert. Dadurch ist die Menge der Abwasser-Verschmutzungseinheiten (VE) gesunken und wird mehr Schlick aus dem Wasser extrahiert, das dem Fermenter zugeführt wird.